Auf dieser Seite berichten wir von Vorgehensweisen, Eindrücken und Erfahrungen aus dem Einführungs- und Verstetigungsprozess. Diese Seite wird daher im Verlauf des Projekts immer wieder aktualisiert und fortgeschrieben.

Die frühe Phase
In der frühen Phase werden die Weichen für eine erfolgreiche Integration des Assistenzsystems gestellt. Entscheidend ist hier u. a., welche Personen mit welchen Perspektiven beteiligt sind. Neben den Instandhaltern wird z. B. eine wichtige Rolle die „Redaktion“ der Assistenzinhalte spielen: Eine Rolle, welche die zentrale Koordination von Assistenzinhalten übernimmt. Personen, die später diese Rolle besetzen, sollten von Anfang an in die Entwicklung einer gemeinsamen Vision vom Einsatz des Assistenzsystems im Arbeitsalltag integriert sein.

In der frühen Phase werden auch die betriebsspezifischen Anforderungen an die Integration des Assistenzsystems ermittelt. Neben Einflussfaktoren wie Branche oder Größe eines Unternehmens werden auch bereits vorhandene Routinen und ‚Gepflogenheiten‘ des betrieblichen Wissenstransfers analysiert.
Zudem werden Zielstellungen thematisiert, die mit dem Assistenzsystem erreicht werden sollen. Die Nutzenversprechen, die in einen Zusammenhang mit einer kognitiven Assistenzlösung gebracht werden können, reichen von „Reduzierung von Anlernzeiten“, „Kompetenzerwerb- und erhalt“, über „Reduzierung von Wartungszeiten“ bis hin zu „neuen Kundenservices“. Dies ist ein Vorteil einer generischen Assistenzlösung, die in unterschiedliche bestehende IT-Systemlandschaften integriert werden kann, aber zugleich auch eine Herausforderung. Im Sinne einer klaren Ziel- und Visionsformulierung ist mit allen Beteiligten zu erarbeiten, was in welchem Zeitraum erreicht werden soll. Erschwerend ist, dass gerade im Rahmen der Kontext der Zukunftsvision Industrie 4.0 Nutzenversprechen häufig unklar formuliert und schwer vorstellbar sind, was u. a. an der rasanten technologischen Entwicklung und der Veränderung von Wertschöpfungssystemen liegt. Daher werden im Projekt EVerAssist neben den unmittelbar Projektbeteiligten auch punktuell weitere Expertisen einbezogen, z. B. zum Thema „Verwaltungsschale“ oder zur „Künstlichen Intelligenz“, um hier realistische Vorstellungen von Potenzialen des Assistenzsystems zu erarbeiten, die vielleicht eher nach der Projektlaufzeit von zwei Jahren relevant werden, aber jetzt schon zur strategischen Vision gehören. Sie führen letztendlich dazu, gut fundierte Gestaltungsentscheidungen für den Einsatz der Assistenzlösung im Projekt EVerAssist zu finden.

Von Forschungsseite können zudem Erfahrungen aus parallelen oder bereits abgeschlossenen Projekten fruchtbar gemacht werden. Beispiel dafür sind das Projekt StahlAssist, das sich ebenfalls mit der Entwicklung von Assistenzsystemen für die Instandhaltung beschäftigt hat. Hier wurden u. a. Erkenntnisse zum Umgang mit rechtssicherem und informellem Wissen generiert, die in EVerAssist Eingang finden. Im Projekt LeARn4Assembly werden Morphologien entwickelt, u. a. zur didaktischen Gestaltung von Assistenzlösungen, die ebenfalls in EVerAssist zum Einsatz kommen. Auch von Seiten der Unternehmen werden Vorerfahrungen mit Assistenzsystemen eingebunden. Die Ergebnisse der frühen Phase sind daher etwa erste Entwürfe für die Gestaltung von Redaktionsprozessen, die Erarbeitung neuer Sichten für das Assistenzsystem oder das dazugehörige Redaktionssystem, oder die Erarbeitung von Sichtenkonzepten.